Landeslehrgang Selbstverteidigung in Feuerbach

Der Landeslehrgang Selbstverteidigung in Feuerbach brachte am 28. Februar 2026 rund 60 Ju-Jutsu-Sportlerinnen und -Sportler in der Hugo-Kunzi-Halle zusammen. Vier Stunden lang arbeiteten sie intensiv an Inhalten aus dem Prüfungsprogramm – getrennt nach Männer- und Frauen-Selbstverteidigung, aber mit einem gemeinsamen Ziel: sichere, klare Lösungen für reale Situationen.

Rebecca Menth (4. Dan Ju Jutsu, Frauenbeauftragte JJVW) und Andreas Schleicher (6. Dan Ju Jutsu, Lehrteam JJVW) leiteten den Lehrgang von 14.00 bis 18.00 Uhr. Beide setzten von Beginn an auf Struktur und Praxisnähe.

Die Sportvereinigung Feuerbach Abteilung Ju Jutsu richtete den Lehrgang aus. Gaby und Thomas Grau organisierten mit ihrem Team den Ablauf vorbildlich. Anmeldung, Ablauf und das gemeinschaftliche Essen danach liefen reibungslos, sodass sich alle voll auf das Training konzentrieren konnten.

Landeslehrgang Selbstverteidigung: Struktur von Anfang an

Schon beim Aufwärmen floss Technik ein. Andreas integrierte Handgelenkfassen und erste Befreiungen, während Rebecca das Dehnen anleitete. Dadurch starteten beide Gruppen direkt mit Bewegung und Bezug zur Selbstverteidigung.

Als roten Faden wählten die Referenten Angriffe aus den Kyu-Graden der freien Selbstverteidigung. So arbeiteten die Teilnehmenden mit bekannten Prüfungsinhalten, allerdings unter klarer SV-Perspektive. Das sorgte für Wiedererkennung – und für neue Aha-Momente.

Frauen-Selbstverteidigung im Landeslehrgang

Rebecca begann mit einem Theorieblock zu den drei Säulen der Frauen-Selbstverteidigung. Danach setzten sich die Teilnehmerinnen in Gruppen mit dem Thema Angst auseinander. Sie beleuchteten Ursachen, Wirkung sowie Vor- und Nachteile. Vor allem aber erarbeiteten sie Wege, um handlungsfähig zu bleiben.

In der Praxis folgte Selbstbehauptung. Mit dem Spiel „Ja/Nein“ und klaren Aktion-Reaktion-Übungen trainierten die Teilnehmerinnen deutliche Kommunikation und schnelle Entscheidungen. Bei Angriffen wie Ohrfeige, Griff in die Haare oder Würgen an der Wand wählten sie bewusst einfache und direkte Lösungen.

Im Technikteil reduzierte Rebecca die Verteidigungen auf das Wesentliche. Schwitzkasten, Körperumklammerung oder Würgeangriffe bearbeiteten die Teilnehmerinnen ohne unnötige Zusätze. Dadurch blieb jede Technik realistisch und sofort umsetzbar.

Zum Abschluss simulierte die Gruppe wechselnde Angriffe im Kreis. Eine Person stand in der Mitte, suchte sich ein „Opfer“ aus und griff an. Anschließend wechselte die Rolle: Das bisherige „Opfer“ ging in die Mitte und wartete auf den nächsten angesagten Angriff. So blieb die Übung dynamisch und forderte Aufmerksamkeit von allen Beteiligten.

Männer-Selbstverteidigung im Landeslehrgang

Auch in der Männergruppe orientierte sich Andreas am Prüfungsprogramm. Zunächst trainierten die Teilnehmer das Ableiten eines Schubsers von vorne und kombinierten es mit Körperrückstoß und Körperabbiegen.

Danach folgten Ohrfeige und Schwinger. Hier standen Meidbewegungen, Distanzüberwindung und der 3er-Kontakt im Mittelpunkt. Nahtlos ging es weiter mit Distanzverhalten sowie Techniken wie Bein stellen oder große Außensichel.

Zum Ende wechselten die Teilnehmer in die Bodenlage. Sie verteidigten sich aus Guard- und Reitposition und legten dabei besonderen Wert auf Eigenschutz, Bewegung und Körpereinsatz.

Landeslehrgang Selbstverteidigung mit starker Beteiligung

Mit rund 60 Teilnehmenden war die Matte gut gefüllt. Viele nutzten die Gelegenheit, bekannte Angriffe neu zu durchdenken und sauber zu trainieren. Gerade die Verbindung aus Prüfungsprogramm und realistischer Anwendung überzeugte.

Der Landeslehrgang Selbstverteidigung in Feuerbach zeigte deutlich, wie praxisnah und vielseitig Ju-Jutsu vermittelt werden kann – wenn Struktur, Organisation und Engagement zusammenkommen.

Wer sich für weitere Lehrgänge interessiert, findet alle aktuellen Termine und Ausschreibungen auf der JJVW-Homepage im Bereich „Ausschreibungen“. Dort ist auch die Anmeldung zu kommenden Landeslehrgängen möglich.

Text: Rebecca Menth/Andy Schleicher/Enno Häberlein
Fotos: Enno Häberlein

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